Die zweite Sitzung der Eichenzeller Gemeindevertretung am Donnerstag, den 28. Mai 2026 stand ganz im Zeichen zukunftsweisender Weichenstellungen, verdienter Ehrungen und einer feierlichen Amtseinführung.
Vereidigung von Bürgermeister Johannes Rothmund zur zweiten Amtszeit
Ein glanzvoller Höhepunkt der Sitzung war die offizielle Einführung von Bürgermeister Johannes Rothmund in seine zweite Amtszeit. Nachdem sich die Bürgerinnen und Bürger bereits im vergangenen Dezember mit Mehrheit für Rothmund entschieden hatten, geht die erfolgreiche Arbeit an der Spitze der Gemeinde nun offiziell weiter. Die CDU-Fraktion freut sich auf die Fortsetzung der verlässlichen und zukunftsorientierten Zusammenarbeit.
Würdigung des Ehrenamts trotz persönlicher Störmanöver
Die Hauptsatzung der Gemeinde Eichenzell sieht vor, dass Personen, die mindestens 20 Jahre ein Mandat oder Amt ausgeübt haben, besondere Ehrenbezeichnungen erhalten. Eigentlich ein feierlicher Vorgang, der fraktionsübergreifend und ohne Debatte beschlossen wird. Diesmal war das anders. Peter Happ (CDU), der auf stolze 37 Jahre engagierte kommunalpolitische Arbeit zurückblickt, sollte diese Anerkennung nach dem Willen anderer Fraktionen versagt werden.
Mit hauchdünner Mehrheit, getragen von den Stimmen der CDU-Fraktion, dem Vertreter der CWE, einer Stimme aus der SPD sowie einer Enthaltung aus den Reihen der Bürgerliste, fand der Antrag trotz zahlreicher Gegenstimmen schließlich die nötige Zustimmung. „Das ist ein fatales Signal für das kommunalpolitische Ehrenamt in unserer Gemeinde“, zeigt sich die CDU-Fraktion entsetzt. „Peter Happ war ein leidenschaftlicher Kommunalpolitiker, der stets das offene Wort gesucht hat. Ernüchternd ist, dass sich insbesondere neue Gemeindevertreter von Fraktionszwängen haben leiten lassen, statt Lebensleistung zu honorieren. Für uns als CDU-Fraktion sind christliche Grundwerte wie Respekt und Anerkennung für jahrzehntelanges Engagement selbstverständlich“, so der Fraktionsvorsitzender Markus Roth. Die CDU gratuliert allen Geehrten herzlich zu ihrer verdienten Auszeichnung:
- Ehrenbeigeordnete: Peter Happ (37 Jahre), Thomas Lang (25 Jahre) und Gerhard Dehler (25 Jahre)
- Ehrengemeindevertreter: Peter Seufert (20 Jahre), Stefan Wassermann (15 Jahre) und Rüdiger Maluck (29 Jahre)
- Ehrenmitglieder des Ortsbeirats: Walter Liebert (45 Jahre) und Thomas Hofmann (20 Jahre)
Impulse für Medizin, Familie und Verkehrssicherheit
Einstimmig verabschiedete das Parlament den Auftrag an die Gemeinde, ein Konzept für ein „Zentrum für Medizin, Pflege und Familie“ zu erarbeiten. Bürgermeister Johannes Rothmund dankte den fast zehn niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten in Eichenzell und regte deren enge Einbindung an. Zudem verwies er auf die neuen Räumlichkeiten zur Kindertagespflege in Kerzell. Die CDU unterstützte den Antrag nachdrücklich, forderte jedoch die intensive Einbindung des
Sozialausschusses, um dieses umfangreiche Vorhaben fachlich optimal zu begleiten. Ebenfalls beschlossen wurde ein Antrag für mehr Verkehrssicherheit in der Gersfelder Straße. Die CDU begrüßte die Initiative und dankte dem ehemaligen Behindertenbeauftragten der Gemeinde, Udo Bauch, der den Antrag mit großem Herzblut eingebracht hatte. Die Fraktion machte deutlich, dass Verkehrsberuhigung in allen Ortsteilen ein dringliches Thema bleibt. Bürgermeister Rothmund dämpfte hierbei jedoch zu hohe Erwartungen an eine schnelle Umsetzung durch die Gemeinde und verwies darauf, dass die finale Entscheidungsgewalt für Tempo-30-Zonen oder Zebrastreifen an dieser Stelle nicht bei der Kommune, sondern bei Hessen Mobil bzw. dem Landkreis Fulda liegt.
Einstimmige Ablehnung der Leerrohr-Vorfinanzierung
Gemeinsam mit der CDU-Fraktion lehnte das Parlament einen Vorschlag ab, im Zuge aktueller Baumaßnahmen vorsorglich Leerrohrverbindungen entlang der Talbrücke Welkers zu verlegen. Damit sollten künftigen Investoren im Bereich von Großanlagen für erneuerbare Energien Wege zum Anschlusspunkt im Umspannwerk Welkers geöffnet werden.
Auch wenn eine vorausschauende Infrastrukturpolitik sinnvoll ist, war das finanzielle Risiko an dieser Stelle schlicht zu hoch. Die Maßnahme ist im Verhältnis zu teuer, und es besteht keinerlei Garantie, ob und wann diese Rohre jemals an Investoren weiterveräußert werden können. In der wirtschaftlichen Risikoabwägung war die Ablehnung das einzig vernünftige Signal.
Sanierung des Schlösschen-Eingangs: Einigkeit beim Handeln mit Maß
Seit Jahren sorgt die rund 400 kg schwere Eingangstür zum Eichenzeller Schlösschen für Probleme und verursacht durch hohen Verschleiß am Motor jährliche Reparaturkosten. Eine neue Lösung muss her, die Barrierefreiheit, Brandschutz, Fluchtwege, Energetik und Denkmalschutz vereint. Der vorliegende Kostenvoranschlag von rund 340.000 Euro sorgte im Parlament jedoch für fraktionsübergreifendes Entsetzen. Das Parlament war sich einig: Diese Summe für eine Eingangstür ist völlig utopisch. Die CDU Fraktion fordert daher eine deutlich einfachere, wirtschaftliche Lösung. „Für uns ist die Barrierefreiheit in der bisherigen Form nicht verhandelbar“, stellt die CDU klar. „Ob jedoch im energetischen Bereich alle Vorgaben wirtschaftlich sinnvoll erfüllt werden können, muss dringend geprüft werden.“ Die klare Ablehnung der teuren Variante versteht die CDU auch als Signal an die Genehmigungsbehörden: In einem denkmalgeschützten Bestandsgebäude wie dem Schlösschen gibt es Grenzen bei der Umsetzung von starren Richtlinien, die sonst nur für Neubauten gelten. Hier sind Kompromissbereitschaft und Realitätssinn gefragt.
Fortsetzung der Tagesordnung am 11. Juni 2026
Aufgrund der enormen Fülle an Themen wurde die Sitzung am Donnerstagabend um 22:30 Uhr unterbrochen. Sie wird am Donnerstag, den 11. Juni 2026 um 19:30 Uhr fortgesetzt. Dann stehen unter anderem noch wichtige Punkte der Bauleitplanung auf der Agenda.



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